Ukrainekrieg zurück im Fokus
Während auf den Kriegsschauplätzen im Nahen Osten angespannte Ruhe herrscht, verschiebt sich der Fokus der Ölmärkte in diesen Tagen zurück auf den Ukrainekrieg. Die überraschende Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Russland würde nach einer Absprache mit den USA umgehend 500 000 Tonnen Diesel exportieren – ein Zugeständnis, das offenbar durch temporäre Sanktionslockerungen der USA erkauft wurde –, führte zu einer leichten Entspannung am Markt. Die Skepsis der Analysten bleibt allerdings beträchtlich, sind solche von Trump ausgehandelten, durchsichtigen Deals meist nicht besonders beständig. Die Absicht dahinter ist offensichtlich: vor den Midterm-Wahlen in den USA müssen die Treibstoffpreise runter, sonst droht den regierenden Republikanern ein Debakel. Auch die von Trump am Wochenende verkündete «Energie-Waffenruhe» zwischen der Ukraine und Russland ist kaum mehr als heisse Luft, denn in Kiew scheint man davon gar nichts zu wissen. Immerhin machte der ukrainische Präsident Selenskyj einmal mehr klar, dass sein Land die Angriffe auf russische Energieinfrastrukturen einzustellen würde, sobald Russland die Angriffe auf zivile ukrainische Ziele beendet.
Der Ölpreis zeigt sich auf hohem Niveau stabil und liegt, wie bereits in der Vorwoche, nach wie vor bei knapp über 100 Dollar: ein Fass der Sorte Brent kostet heute Morgen 103.76 Dollar.
